Mathematik beginnt nicht mit Rechnen – sondern mit Erleben
Bevor Kinder rechnen lernen, erleben sie Mathematik: Sie schätzen, sortieren, vergleichen, bauen, wiegen, zählen und probieren aus – ganz selbstverständlich und in ihrem eigenen Tempo.
In den KiTas Bethanien begleiten wir diese Entdeckungen liebevoll und spielerisch. Kinder entwickeln dabei wichtige Grundlagen für späteres Lernen. Es geht dabei nicht darum, dass Kinder schon rechnen lernen oder Zahlen auswendig üben. Viel wertvoller ist, dass sie Erfahrungen mit Zeit, Raum, Mengen, Formen und Rhythmen machen.
Wenn Kinder vergleichen, ordnen, zählen oder schätzen, entdecken sie Strukturen in ihrer Umgebung: Dinge können mehr oder weniger, grösser oder kleiner, schwerer oder leichter sein. Durch solche Erlebnisse wachsen Verständnis, Orientierung und logisches Denken – eine wichtige Basis für späteres abstrakteres Lernen.

Aktuelle Forschung zeigt die Bedeutung solcher Alltagserfahrungen. Projekte wie MATHEentdecken der PH St. Gallen machen deutlich, wie natürlich mathematisches Lernen im Alltag entsteht: → https://www.phsg.ch/de/forschung-entwicklung/projekte/matheentdecken-fruehe-mathematische-foerderung-im-alltag. Auch das Binationale Zentrum «Frühe Kindheit» unterstreicht, wie wichtig frühe Mathe-Erlebnisse für die kindliche Entwicklung sind: → https://www.fruehekindheit.ch/.
Mathe steckt im Alltag – und macht Freude
Im KiTa-Alltag gibt es unzählige Gelegenheiten, bei denen Kinder Mathematik erleben – spielerisch, neugierig und ganz ohne Druck. Zum Beispiel:
- Beim Tischdecken zählen wir: «Wie viele Teller brauchen wir noch?»
- Beim Kochen und Backen wird gewogen, geschätzt, geteilt und verglichen.
- Beim Sortieren von Naturmaterialien entdecken Kinder Unterschiede nach Farbe, Grösse oder Form.
- Beim Bauen und Konstruieren erleben sie Formen, Stabilität und Raumbeziehungen.
- Beim Singen, Klatschen und Tanzen erfahren sie Rhythmen und Wiederholungen – eine wichtige Grundlage für das Erkennen von Mustern.
Noch mehr Einblicke in unseren Alltag gibt es auf Instagram:
→ https://www.instagram.com/kitasbethanien/
So könnt ihr zu Hause ganz einfach anknüpfen
Es gibt viele kleine Momente, die mathematisches Denken fördern – ohne Vorbereitung, ohne Arbeitsblätter, einfach im Alltag. Zum Beispiel:
- Beim Aufräumen Spielzeug nach Farben oder Grössen sortieren
- Beim Spazieren Blätter zählen oder Steine vergleichen
- Beim Schöpfen, Füllen, Giessen Mengen erleben
- Beim Spielen schätzen: «Wer hat den längeren Stock?» oder «Wie viele Schritte sind es bis zur Tür?»
Was Kinder dabei mitnehmen
Kinder lieben es, mitzuwirken, zu beobachten und auszuprobieren – und genau dabei lernen sie am meisten. Sie spüren Gewicht, hören Rhythmen, sehen Unterschiede, vergleichen Grössen, entdecken Muster und probieren aus, was funktioniert. Auf diese Weise entsteht ein echtes Verständnis – nicht durch Auswendiglernen, sondern durchs Tun.
Solche Erfahrungen stärken nicht nur das mathematische Denken, sondern auch Selbstvertrauen, Konzentration und die Freude am Lernen. Wenn eure Kinder fragen, zähen, messen oder schätzen, dann erforschen sie aktiv ihre Welt – und genau das ist der schönste Weg, um zu lernen.
Weiterführende Links & Materialien:
MATHEentdecken – frühe mathematische Förderung
→ https://www.phsg.ch/de/forschung-entwicklung/projekte/matheentdecken-fruehe-mathematische-foerderung-im-alltag
Podcast «Frühe Bildung» – mathematische Bildung im Alltag
→ https://www.phsg.ch/de/institute/institut-fruehe-bildung-0-bis-8/podcast-fruehe-bildung/mathematische-bildung
Binationales Zentrum «Frühe Kindheit»
→ https://www.fruehekindheit.ch/
